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Paderborn – Das Beste zum Schluss

   

Im unaufdringlichen Ambiente der Mensa Paderborn versteckt sich eine Bastion der gepflegten Mensakultur. Eine Fluchtburg für jene, die auch in der hektischen Mittagspause Stil und Vielfalt begrüßen. Beim preiswerten wie ausuferndem Buffet-Angebot heißt es Klotzen statt Kleckern.

Aus der breiten Aromapalette der kompromisslos erstklassigen Produkte kann sich jeder Mensagast hinreißende Geschmacksbilder komponieren. So ergibt sich beispielsweise ein leicht daher kommender aber raffinierter Anti-Pasti-Teller: Bretonische Bohnen von fantastischer Konsistenz gebettet auf ein zart-weiches Rucola-Kissen, diskret begleitet von einem kongenialen Duo aus  Möhren und Sesam, Artischockenherzen sowie gefüllten grünen und schwarzen Oliven.

Im Zentrum der Haute Cuisine steht eine in sich stimmig komponierte Kreation: Duftender Jasminreis an asiatisch leichter Gemüsekost in exotisch-verspielter Kokos-Zitronengras-Jus. Der zweite Hauptdarsteller ist ein hochkomplexes Gericht, welches puristische Konzentration und  grandiose aromatische Reinheit verbindet. Die Kartoffelpizza setzt ein Ausrufezeichen hinter den unverwechselbaren Stil der Mensa Paderborn.

Übertroffen wird dieser fulminante Gesamteindruck auf dem Weg nach unten in den verwechselbaren anglophilen Universitäts-Pub. Dieser besticht mit heiterer Stimmung an dunkelbraunen – deckenfreien – Holztischen. Mit seinem breitgefächerten Bier-Bouquet pointiert der Pub den Mensabesuch. Unsere letzte mensaphile Entdeckung, in der einem Reiskorn die gleiche Hingabe gewidmet wird wie der Innenausstattung eines Pubs, ist der krönende Abschluss für die Auswärtsspiele der Mensafreunde.

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Aachen – It is a Men’s World

Aachen ist Testosteron. Die Maschinenbau-Mensa strotzt geradezu vor Männlichkeit. Nicht nur weil hier um 12 Uhr mittags hauptsächlich Männer sitzen, nein, das gesamte Ambiente ist maskulin gefärbt.
Das Essen hat beispielsweise nicht nur männergerechte Portionen, sondern ist in rustikaler Pommesbudenästhetik auch besonders ansprechend für das virile Auge. Und sogar die Menübezeichnung „Drum Sticks“ für Hähnchenschenkel schreibt sich klar in einen Gender-spezifischen Diskurs ein – suggeriert der „Stick“ doch deutlich phallische Symbolik.

Und auch die Architektur der Aachener Mensa ist gekennzeichnet von struktureller Härte, denn hier ist die Mensa kein Speisesaal, sondern ein Trakt.

Verwunderlich ist dabei, dass das Symbol von Männlichkeit fehlt, die Bierflasche . Aachen ist die erste Mensa, in der wir keinen Alkohol im Kühlregal entdecken. Warum kein Bierchen zischen an den Mittagstischen? Hier wird das Image unstimmig und als bloßes Etikett entlarvt. Hinter der Fassade der Testo-Mensa gibt es nämlich auch eine vegetarische Salatbar mit French Dressing.

Mensation: Der Saldoleser für die Mensacard!

Das Haar in der Suppe: Die längsten Tabletts der Welt.

Sursalzprise: Geschirrsparende „alles-auf-einen-Teller“-Philosophie!

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Bochum – Wo nicht Mensa drauf steht, ist trotzdem Mensa drin

In der Ruhr-Universität Bochum, unserer ersten Station auf der intraföderalen/ extrakommunalen Tour de Mensa NRW, wurde direkt eine unserer Prämissen infrage gestellt und die Komplexität unseres Unternehmens trat zutage. Wie konstituiert sich die Identität einer Mensa? Was bedeutet es für die Mensa, wenn sie sich nicht als eben diese auszeichnen kann, also keinen Signifiant besitzt? In Bochum ist die Mensa bewusst nicht durch eine triviale Etikettierung vom Rest des akademischen Apparats abgekoppelt, vielmehr  ist sie ein Organ, ja gar das Herz, des Universitätskorpus.

Thronend über dem  pittoresken Ruhrtal schafft die Mensa Bochum eine Oase für die Sinne. Nicht selten ist für Studierende, wie Marcel B., 27, die Mensa der wahre Grund, um in Bochum zu studieren und sogar den Aufenthalt mit einer Dissertation zu verlängern. Rodriguez, der beliebte Maître de Mensa, frönt in der Flughalle der Ruhrromantik seiner kulinarischen Expertise und kreiert mit seinem Team  innovative  Speisen, in Bochumer Mundart „Komponenten“. So  etwa den „Hip-Hop-Mix“, nicht einfach eine Gemüse-Garniture, sondern eine Manifestation der Interkulturalität der Ruhrgebiets-Universitäten. Damit versprüht Bochum einen weltoffenen und juvenilen Esprit, der das ansonsten eher durchschnittliche Ruhrmahl ausgleicht.

Mensation: Der Ausblick!

Das Haar in der Suppe: Keine Gewürzcorner!

Sursalzprise: Exklusive Einblicke in die Mensaküche durch transparente Architektur!

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